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Was ist Multiple Sklerose?



Häufig gestellte Fragen

Die Vorstellung, dass alle MS-Betroffenen im Verlauf ihrer Erkrankung im Rollstuhl sitzen werden, ist weit verbreitet. Dies entspricht jedoch nicht der Realität: Etwa 1/3 der Menschen mit MS haben keine bleibenden Gehbehinderungen. Zudem benötigen viele Betroffene erst mit fortgeschrittenem Alter einen Rollstuhl. Dennoch benötigen viele langjährig Betroffene Hilfsmittel wie Gehstock, Rollstuhl oder Rollator um Kraft zu sparen oder sich vor Stürzen zu schützen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Hilfsmittel verwendet werden müssen, steigt mit der Erkrankungsdauer.

Bevor die immunmodulierenden Langzeittherapien zur Verfügung standen, waren zahlreiche MS-Betroffene schon deutlich früher im Verlauf der Erkrankung auf einen Rollstuhl angewiesen.

Selbst wenn der Rollstuhl irgendwann unausweichlich werden sollte, bedeutet das nicht, dass das Leben nicht mehr lebenswert ist. Menschen, die einen Rollstuhl benutzen arbeiten, treiben Sport, haben Familie, fahren Auto und verfolgen ihre Träume genauso wie Gesunde.

Es ist allgemein unbestritten, dass Bewegung und körperliche Betätigung entscheidend zum menschlichen Wohlbefinden beitragen. Viele wissenschaftliche Untersuchungen konnten nachweisen, dass ein enger Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und seelischer Stimmungslage besteht. Diese allgemeingültigen Aussagen gelten auch für Betroffene mit Multipler Sklerose. Jede sportliche Betätigung ist zu begrüßen, die Freude macht und als wohltuend empfunden wird, da dies zur allgemeinen Steigerung der Lebensqualität beiträgt.

Neben den positiven seelischen Auswirkungen hat sich gezeigt, dass durch körperliche Aktivität MS-bedingten Beeinträchtigungen sehr effektiv begegnet werden kann, z. B. durch Erhaltung der Muskelkraft oder Trainieren der Bewegungskoordination. Bei einigen Beschwerden der MS können spezielle Sportarten Linderung verschaffen, so z.B.:

  • bei Spastik: Gymnastik, leichte Ballspiele, Reiten und Schwimmen (Bewegungen im Wasser fallen leichter. Das Wasser sollte jedoch nicht zu warm sein.)

  • bei Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen: Radfahren (oder Heimtrainer), Tanzen, Reiten

  • bei Sensibilitätsstörungen: Spiele auf Matten, Teppich, Sand oder Gras, Trampolinübungen

Auf Grund des individuell sehr unterschiedlichen Verlaufs und der Vielfalt der Symptome ist die MS nicht einfach zu diagnostizieren. Ihre Diagnose ist vielmehr eine Sammlung von Befunden, die durch körperliche neurologische Untersuchungen und durch Techniken wie die Kernspintomographie (MRT), die Untersuchung des Liquor (Nervenwasser) sowie elektrophysiologische Untersuchungen zusammengefügt wird. Moderne Diagnosekriterien ermöglichen eine gesicherte Diagnose der MS schon nach dem ersten Schub.


In unserem MS-Lexikon gibt es Erklärungen wichtiger Fachbegriffe im Zusammenhang mit Multipler Sklerose.

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