Was bedeutet eigentlich „Pyramidenbahnzeichen“?

Was bedeutet eigentlich....
RRMS, PML oder EDSS – wer sich mit dem Thema Multiple Sklerose beschäftigt, stößt oft auf komplizierte Fachbegriffe oder unverständliche Abkürzungen. Unsere Serie „Was bedeutet eigentlich…?“ erklärt die wichtigsten Begriffe rund um die MS. Heute: „Pyramidenbahnzeichen“.

Die sogenannte Pyramidenbahn ist eine große Nervenbahn des zentralen Nervensystems (ZNS). Sie übermittelt Signale vom Gehirn zu Nervenzellen, die für das Zusammenziehen der Skelettmuskulatur zuständig sind.  Eine wichtige Rolle spielt die Pyramidenbahn für die Willkürmotorik, also für Bewegungen, die wir mit unserem Willen aktiv steuern.

Neurologische Symptome, die durch Schäden an der Pyramidenbahn entstehen, bezeichnen Ärzte als Pyramidenbahnzeichen.  Diese Anzeichen werden auch bei Verdacht auf Multiple Sklerose überprüft. Denn insbesondere bei unklaren Beschwerden können bestimmte krankhafte Reflexe bei Erwachsenen wichtige Hinweise auf das Vorliegen einer MS liefern. Bei Säuglingen sind Pyramidenbahnzeichen hingegen normal.

Zur Überprüfung der Pyramidenbahnzeichen klopft oder streicht der Arzt bei der neurologischen Untersuchung mit einem Reflexhammer auf bestimmte Körperstellen.  Ein Reflex, der auf eine Schädigung der Pyramidenbahn hinweist, ist beispielsweise der Babinski-Reflex.  Dabei bewegen sich die große Zehe nach oben und die kleinen Zehen seitlich nach unten, wenn der Reflexhammer außen am Fuß von der Ferse in Richtung Zehen streicht.


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