Was bedeutet eigentlich EDSS?

Was bedeutet eigentlich....
RRMS, PML oder Barthel-Index – wer sich mit dem Thema Multiple Sklerose beschäftigt, stößt oft auf komplizierte Fachbegriffe oder unverständliche Abkürzungen. Unsere Serie „Was bedeutet eigentlich…?“ erklärt die wichtigsten Begriffe rund um die MS. Heute: EDSS.

EDSS ist die Abkürzung für Expanded Disability Status Scale (= erweiterte Behinderungsskala). Es handelt sich dabei um eine Leistungsskala, mit der sich bestimmte Defizite von MS-Betroffenen erfassen lassen. Entwickelt wurde die Skala in den frühen 1980ern von dem amerikanischen Neuroepidemiologen und MS-Forscher John F. Kurtzke.

Verbindliches Beurteilungskriterium

Die Skala ist in 0,5er Schritte eingeteilt. Sie beginnt bei 0,0 = keinerlei Beeinträchtigung der Funktionssysteme und endet bei 10,0 = Tod durch MS. Anhand der EDSS werden Beeinträchtigungen der Funktionssysteme Kleinhirn, Hirnstamm, Pyramidenbahn, Sensibilität, Sehfunktion, Blasen- und Mastdarmfunktion sowie der zerebralen Funktion beurteilt. Die jeweils erreichte Punktzahl in einem oder mehreren Funktionssystemen ergibt den EDSS-Grad und damit Aufschluss über die vorliegende Einschränkung.


Hat ein Patient beispielsweise EDSS-Grad 4, dann weiß der Arzt, dass der Betroffene noch 500 m ohne Gehhilfe laufen kann. Liegt ein EDSS-Grad von 6,5 vor, benötigt er beidseitig Hilfsmittel, um eine Strecke von ca. 20 m zurückzulegen.

EDSS für Arzt und Betroffene

Für den Arzt ist der EDSS-Grad eine internationale Kommunikationsbasis, die ihm beispielsweise eine Beurteilung der Therapiewirksamkeit und der Krankheitsprogression erlaubt. Für Betroffene spielt der EDSS-Grad etwa eine Rolle, wenn es um die Beantragung eines Schwerbehindertenausweises geht.


Kategorien