Sport bei MS? Na klar! Nur welchen?

SASKATOON (Biermann) – Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass körperliche Aktivität helfen kann, Begleiterscheinungen der Multiplen Sklerose wie Bewegungseinschränkungen, aber auch Konzentrationsschwierigkeiten oder Fatigue zu lindern.

Doch was ist unter „körperlicher Aktivität“ zu verstehen? Reicht die vom Arzt verordnete Physiotherapie oder muss es gleich ein Vertrag für das Fitnessstudio sein, um die vielbeschworenen Effekte von Bewegung bei MS zu erzielen?

Ein kanadisches Forscherteam ist dieser Frage nun nachgegangen und hat mithilfe einer Literaturrecherche die Auswirkungen von Ausdauersport, Yoga und Physiotherapie auf die körperliche, mentale und soziale Lebensqualität von MS-Betroffenen untersucht und die drei Formen körperlicher Aktivität miteinander verglichen.

In die Analyse flossen insgesamt 18 Studien ein, die zwischen 1990 und 2017 durchgeführt worden waren und die Einschlusskriterien der Wissenschaftler für die Analyse erfüllten. Dabei zeigte sich, dass aerobes Training, z. B. klassische Ausdauersportarten wie Radfahren, Laufen und Schwimmen, sich positiv auf die Zufriedenheit der Studienteilnehmer mit ihren körperlichen, mentalen und sozialen Fähigkeiten auswirkte. Die Stärke des Effektes von Ausdauersport auf die einzelnen Lebensbereiche betrug d = 0,35, d = 0,42 bzw. d = 0,42, was einem leichten bis mittleren Effekt entspricht.

Noch etwas effektiver erwies sich die Physiotherapie, die hinsichtlich körperlicher, mentaler und sozialer Leistungsfähigkeit mittlere Effektstärken von d = 0,50, d = 0,44 bzw. d = 0,60 erzielte. Keine signifikanten Auswirkungen auf die Lebensqualität von MS-Betroffenen schien in den betrachteten Studien hingegen Yoga zu haben. Auch die Kombination von aerobem Training und Yoga erzielte keine nachweisbar positiven Effekte.

Daher schlussfolgern die Autoren, dass aerobes Training und Physiotherapie die Lebensqualität und Zufriedenheit von Menschen mit MS bezüglich ihrer körperlichen, mentalen und sozialen Fähigkeiten nachweislich positiv beeinflussen können. Sie empfehlen daher, beide Formen der körperlichen Aktivität zu einem festen Bestandteil der etablierten MS-Therapie zu machen.

Quelle: Complement Ther Med 2019;43:188-195.



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