MS und Partnerschaft: Neue Liebe, neues Glück, neue Herausforderung

MS und Partnerschaft Neue Liebe, neues Glück, neue Herausforderung
Ganz gleich ob über Freunde, im Verein, per App, Kontaktanzeige oder an der Käsetheke: Die Anfangsphase des Kennenlernens ist immer spannend.

Alles ist neu und aufregend. Doch wenn aus dem ersten Verliebtsein tiefes Vertrauen wachsen soll, stellt sich für Menschen mit MS irgendwann die Frage, wann man am besten über die eigene Erkrankung spricht – und vor allem wie.

Eine allgemeingültige Empfehlung für den richtigen Zeitpunkt für ein solches Gespräch gibt es nicht – hier muss jeder auf sein persönliches Bauchgefühl hören. Allerdings berichten Betroffene, dass es nicht leichter wird, je länger man damit wartet.  Für die richtige Gesprächsatmosphäre lässt sich allerdings aktiv etwas tun.  So sollte man das Gespräch besser…

  • …in einem entspannten Rahmen suchen

  • …ohne Zeitdruck führen

  • …verschieben, wenn man verärgert ist

  • …mit einer positiven Grundhaltung angehen

Im Gespräch selbst ist dann eine offene Kommunikation gefragt, um Missverständnisse zu vermeiden. Dabei kommt es jedoch nicht nur darauf an, was man sagt, sondern auch wie.

Mehr als Worte: Gespräche auf Beziehungsebene

Der Kommunikationswissenschaftler Friedmann Schulz von Thun geht davon aus, dass Kommunikation auf vier verschiedenen Ebenen stattfindet: der Sach-, der Selbstoffenbarungs-, der Appell- und der Beziehungsebene. In der Partnerschaft finden Gespräche häufig auf der Beziehungsebene statt, wobei Gefühle mit im Spiel sind. Wichtige Aspekte sind hier insbesondere auch Mimik und Gestik, Körperhaltung, Tonfall sowie die Formulierung. 

So kann bereits die inhaltlich faktische Ansprache des Sachverhalts „Ich habe eine chronische Erkrankung: MS. Sie gehört zu meinem Leben dazu.“ auf ganz unterschiedliche Weise geschehen und beim Gegenüber ankommen. Es macht einen entscheidenden Unterschied, ob man in sich zusammengesunken, mit gesenktem Blick und von Seufzern begleitet spricht – oder aufrecht, mit Augenkontakt und sicherer Stimme. 

Wer seinem Gesprächspartner signalisiert, dass er selbst die Situation akzeptiert, macht es seinem Gegenüber leichter, die Situation ebenfalls zu akzeptieren. So beeinflusst unsere innere Haltung nicht nur, wie wir Ereignisse um uns herum erleben, bewerten und wie wir darauf reagieren – sondern auch die Erlebnisse, die sich daraus ergeben. 

Mit gutem Wissen gegen die große Verunsicherung

Dennoch kann die Information, dass der Mensch, in den man sich verliebt hat, chronisch krank ist, verunsichern und viele Fragen aufwerfen. Ein erprobtes Mittel gegen die diffuse Angst vor dem Unbekannten, ist Aufklärung : Sollte jemand also mehr über die Multiple Sklerose wissen wollen, ist es sinnvoll, das eigene Wissen (mit) zu teilen. Schließlich ist MS weder ansteckend, noch erblich, keine psychische Erkrankung und führt auch nicht zwangsläufig zu einem Leben im Rollstuhl.  Sie ist für Menschen mit MS einfach ein Teil des Lebens. Sie macht es nicht jeden Tag besonders schwer, aber eine Besonderheit bleibt sie in jedem Fall. 

 

Tipp: Wer sich mit anderen über das MS und Partnerschaft austauschen möchte ist auch im Aktiv mit MS Forum richtig: www.aktiv-mit-ms.at/forum