Menschen mit MS: „Booster“ mit einem mRNA Impfstoff?

Menschen mit MS Booster mit einem mRNA Impfstoff
Die Impfung ist die zentrale Maßnahme, um die Corona-Pandemie zu überwinden – daran besteht für die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG), das Krankheitsbezogene Kompetenznetz Multiple Sklerose (KKNMS) und den Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) kein Zweifel.

Ebenso einig sind sich die Experten dieser Fachgremien, wenn es um die Auffrischungsimpfung geht: In ihrer gemeinsamen Stellungnahme vom 13. Dezember empfehlen sie Menschen mit MS den sogenannten „Booster“ mit einem mRNA Impfstoff.

Bereits seit September 2021 hat die Ständige Impfkommission (STIKO) allen Menschen mit einer Immunschwäche - zu denen auch Patientinnen und Patienten mit einer Immuntherapie gegen Multiple Sklerose zählen - eine Auffrischungsimpfung sechs Monate nach der COVID-19-Grundimmunisierung empfohlen.  Im November des vergangenen Jahres wurde die Empfehlung einer solchen „Booster-Impfung“ mit einem mRNA-Impfstoff dann auf alle Erwachsenen ab 18 Jahren ausgeweitet. 

Im Dezember verkürzte die STIKO den Mindestabstand zwischen Grundimmunisierung und Booster-Impfung dann auf drei Monate – mit dem Ziel, schwere Verläufe von COVID-19 zu verhindern und die Übertragung insbesondere der hochansteckenden Omikron-Variante zu reduzieren. 

Experten empfehlen mRNA-Booster für Menschen mit MS

Doch für manche Menschen mit MS kann sogar ein noch kürzerer Abstand zwischen Grundimmunisierung und Auffrischung sinnvoll sein. In ihrer gemeinsamen Stellungnahme vom 13. Dezember 2021 betonen die DMSG, das KKNMS und der BDN: „Allen Personen mit MS wird empfohlen, sich eine Auffrischungsimpfung (Booster-Impfung) gegen SARS-CoV-2 mit einem mRNA Impfstoff geben zu lassen.“ 

Weiter betonen die Gremien in der Stellungnahme, dass unter einer Immuntherapie mit S1P-Modulatoren oder einer Zell-depletierenden Therapie die Immunantwort auf die Impfung vermindert sein kann. Daher könne bei MS-Patientinnen und -Patienten mit einer solchen Behandlung bereits nach vier Wochen eine Auffrischimpfung erfolgen.  Zwar sollten Impfungen im Allgemeinen frühestens vier Monate nach der Gabe eines depletierenden Medikaments erfolgen – bei einem aktivem Infektionsgeschehen könne davon jedoch abgewichen werden.