Kontinuierliches Krafttraining kann bei MS positive Effekte haben

VICTORIA (Biermann) – Bei Multipler Sklerose kann ein progressives Krafttraining Fatigue reduzieren, die Muskelausdauer verbessern und auch zu kleinen Verbesserungen der Muskelkraft und Lebensqualität beitragen. Allerdings scheint es keinen Effekt auf die Gehfähigkeit zu haben und wirkt auch nur solange, wie es regelmäßig durchgeführt wird, betonen australische Wissenschaftler, die die Effekte von Krafttraining bei MS untersucht haben.

In ihrer Studie verglichen Prof. Karen Dodd und ihr Team vom Institut für Physiotherapie an der La Trobe University 36 MS-Betroffene, die zehn Wochen lang an Geräten zur Kräftigung der Beinmuskulatur trainierten mit 35 MS-Betroffene, die im gleichen Zeitraum kein solches Training absolvierten.

Die Menschen mit MS gingen motiviert an das Training heran und nahmen an fast allen Übungseinheiten teil. Es traten keinerlei negative Effekte auf, das heißt ein Krafttraining scheint bei MS nicht zu Problemen zu führen.

Nach Ablauf von zehn Wochen konnten die Wissenschaftler zwar keine Verbesserung der Gehfähigkeit bei den Probanden feststellen, allerdings gab es doch Unterschiede zu der Patientengruppe, die kein Krafttraining durchgeführt hatte.

Die Betroffenen in der Trainingsgruppe hatten ihre Muskelkraft und auch Muskelausdauer in den Beinen verbessert. Zudem hatte das Krafttraining Fatigue gelindert und die Personen zeigten eine bessere gesundheitsbezogene Lebensqualität.

Bei einer Nachuntersuchung nach 22 Wochen waren diese Unterschiede zwischen den beiden Gruppen nicht mehr messbar. Deshalb schlussfolgern die Forscher, dass ein Krafttraining nur kurzfristige Auswirkungen hat und nur bei kontinuierlicher Durchführung einen positiven Effekt für Menschen mit MS mit sich bringt.

 


Quelle: Mult Scler 2011;17(11):1362-1374