Kochsalz beeinflusst MS-Verlauf nicht

Bisher vermuteten Forscher, dass Salz an der Entstehung von MS beteiligt ist. Eine neue Studie belegt nun das Gegenteil: Kochsalz beeinflusst weder den Verlauf, noch die Aktivität bei MS.

BALTIMORE (Biermann) – Eine salzreiche Ernährung gilt allgemein als ungesund. In den vergangenen Jahren ist Salz darüber hinaus in den Verdacht geraten, an der Entstehung der Multiplen Sklerose (MS) beteiligt zu sein: Forscher hatten gezeigt, dass eine salzreiche Ernährung bei Mäusen die künstlich ausgelöste MS verschlechterte.1 Eine aktuelle Studie zu dem Thema deutet jetzt allerdings darauf hin, dass der Salzkonsum den Verlauf oder die Aktivität der MS beim Menschen nicht zu beeinflussen scheint.2


Ein internationales Wissenschaftlerteam unter Beteiligung deutscher Forscher hatte in Urinproben von 465 Personen mit klinisch isoliertem Syndrom (CIS) die Menge des ausgeschiedenen Natriums als Indikator für die aufgenommene Kochsalzmenge bestimmt. Die Proben waren im Rahmen einer früheren Studie gesammelt worden. Pro Studienteilnehmer standen über einen Zeitraum von rund fünf Jahren durchschnittlich 14 Urinproben zur Verfügung. Diese Messwerte korrelierten die Forscher schließlich mit den klinischen Daten der Studienteilnehmer (Konversion des CIS zur MS, EDSS-Wert) und Ergebnissen der Bildgebung.


Dabei fanden sie keinen Zusammenhang zwischen der Salzaufnahme der Studienteilnehmer und einer Konversion des CIS zu einer klinisch nachweisbaren MS. Auch in der Bildgebung war keine Korrelation zu sehen.


„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Salzkonsum keinen Einfluss auf den Verlauf oder die Aktivität einer MS hat“, schlussfolgern die Autoren.


Quellen:
1 Nature 2017;496:518–522.
2 Ann Neurol, 26. Mai 2017; doi: 10.1002/ana.24965.