Erhöhte Blutfettwerte fördern körperliche Einschränkungen bei MS

HOBART (Biermann) – Schlechte Blutfettwerte könnten einer australischen Studie zufolge die Progression einer MS und die Entwicklung körperlicher Beeinträchtigungen fördern. Die Wissenschaftler empfehlen daher die regelmäßige Kontrolle und eventuelle Maßnahmen zur Senkung der Blutfette.

Die Forscher der Universität von Tasmanien hatten die Blutfettwerte (Cholesterin- und Apolipoproteinspiegel) von 178 Studienteilnehmern mit diagnostizierter MS zu Studienbeginn und dann im Abstand von zwei Jahren bestimmt. Erhöhte Werte dieser Parameter weisen auf einen gestörten Fettstoffwechsel hin und sind mit einem erhöhten Risiko für Arterienverkalkung (Arteriosklerose) verknüpft. Darüber hinaus deuteten eine Reihe von Studien an, dass auch die Entwicklung der körperlichen Behinderung bei MS von den Blutfettwerten beeinflusst werde, schreiben die Wissenschaftler um Ingrid van der Mei in der Zeitschrift „Multiple Sclerosis“.

Dies bestätigte sich auch in der aktuellen Studie. So standen fast alle erhobenen Blutfett-Parameter sowie ein höherer BMI-Wert mit dem EDSS-Wert der Teilnehmer in positivem Zusammenhang. In weiteren Analysen korrelierte auch das Verhältnis von Gesamtcholesterin zum „guten“ Cholesterin (HDL) eng mit einer späteren Verschlechterung des EDSS-Wertes.

„In unserer Studie war ein schlechtes Blutfettprofil der Studienteilnehmer mit einer stärker ausgeprägten Behinderung verbunden. Eine Senkung der Blutfettwerte könnte für MS-Betroffene vorteilhaft sein, um so möglicherweise die Entwicklung der Multiplen Sklerose positiv zu beeinflussen und das Risiko von Gefäßerkrankungen zu senken“, schlussfolgern die Autoren.