COVID-19 Update für Menschen mit MS – Virusvariante Omikron: Wissenswertes zur Mutation und zu neuen Impfstoffen

Virusvariante Omikron Wissenswertes zur Mutation und zu neuen Impfstoffen
Was unterscheidet Omikron von seinen Vorgängern und wird es einen neuen Impfstoff geben? Ein Update.

Seit Ende Dezember 2020 wird in Deutschland gegen SARS-CoV-2 geimpft.  Die derzeit verwendeten Corona-Impfstoffe wurden ursprünglich gegen den sogenannten Wildtyp von Sars-CoV-2 entwickelt und wirkten bisher auch gut gegen dessen Varianten. Gegen Omikron scheinen sie schlechter zu schützen.

Über die Virusvariante Omikron wurde zuerst am 24.11.2021 vom südafrikanischen Gesundheitsministerium berichtet, zwei Tage später erklärte sie die WHO zur besorgniserregenden Virusvariante (variants of concern, VOC).  Der Grund für eine solche Einstufung kann zum Beispiel eine erhöhte Übertragbarkeit, eine starke Verbreitung in bestimmten Gegenden oder eine teilweise Resistenz gegenüber Impfungen sein. Omikron ist die fünfte Mutation von SARS-CoV-2, die als besorgniserregend eingestuft wird – vor ihr waren es die Varianten Alpha, Beta, Gamma und Delta.  Grundsätzlich kommt es bei Viren ständig zu Mutationen. Auch das Coronavirus ist schon tausendfach mutiert. Doch was macht Omikron so besonders?

Omikron an 50 Stellen anders als der „Wildtyp“

Das Erbgut von Omikron unterscheidet sich an 50 Stellen vom ursprünglichen Sars-CoV-2-Virus. Das sogenannte Spike-Protein – ein Baustein vom Coronavirus und Grundlage von bisher zugelassenen Impfstoffen – weist allein 32 von diesen Veränderungen auf.

Omikron breitet sich nach derzeitigem Kenntnisstand deutlich schneller und effektiver aus als die bisherigen Virusvarianten. Man vermutet, dass Omikron sich nach dem Eindringen in den Körper in den oberen Atemwegen 70-mal schneller vermehren kann als die Delta-Virusvariante. Eine infizierte Person stößt beim Ausatmen also sehr viele Viren aus und kann deshalb auch leichter andere Personen anstecken. 

Warum Viren mutieren

Mutationen sind Veränderungen im Erbgut von Viren. Sie entstehen durch Kopierfehler im Vermehrungsprozess. Viren wie das Coronavirus vermehren sich, indem sie ihre Erbinformation in Körperzellen des Infizierten einschleusen. Dort wird das Erbgut vervielfältigt und es entstehen viele Kopien des Virus – darunter auch mutierte. In der Regel haben solche zufälligen, natürlichen Mutationen keine größeren Auswirkungen. Manche Mutationen verschaffen dem Virus aber auch Vorteile, indem sie beispielsweise dessen Aktivität verbessern. Von Omikron weiß man inzwischen, dass es Mutationen besitzt, welche die Übertragbarkeit des Virus erhöhen.   

Omikron erfordert vermutlich eine Anpassung des Impfstoffes

Die Omikron-Variante verunsichert aktuell viele Menschen bezüglich ihres Impfschutzes. Mittlerweile lassen sich mit Vorsicht drei Aussagen treffen:6 Geimpfte und Genesene infizieren sich leichter und schneller mit Omikron als mit der Delta-Variante, die (Booster-)Impfung schützt weiterhin effektiv vor einem schweren Krankheitsverlauf und für einen länger anhaltenden Infektionsschutz müssen die Impfstoffe vermutlich angepasst werden. Das liegt daran, dass die nach den bisherigen Impfungen vom Körper gebildeten Antikörper nicht mehr so gut zur mutierten Form der Spike-Proteine von Omikron passen und das Virus deshalb schlechter neutralisieren können. Überträgt man den genetischen Code von Omikron in angepasste Impfstoffe, dürfte der Impfschutz deutlich höher liegen.  

Impfstoff-Hersteller arbeiten bereits an angepassten Vakzinen

Die Hersteller der mRNA-Präparate, BioNTech/Pfizer und Moderna bereiten ihre Vakzine bereits seit Monaten auf mögliche Mutationen des Coronavirus vor. Der US-Hersteller Moderna hat Ende November 2021 mit der Anpassung seines mRNA-Impfstoffes speziell gegen die Omikron-Variante begonnen. BioNTech und Pfizer können nach eigenen Angaben bei Bedarf bereits im März 2022 einen an die Omikron-Variante angepassten Impfstoff zur Verfügung stellen.  Ähnlich hat sich Moderna geäußert.  

Impfempfehlungen für Menschen mit MS unverändert

Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) rät weiterhin dringend zu einer Auffrischungsimpfung (Booster) zum Schutz vor einer Corona-Infektion. Stehen am Impftermin verschiedene Vakzine zur Verfügung, empfehlen DMSG und STIKO übereinstimmend mRNA-basierte Impfstoffe. Erfahrungen aus Israel mit mehr als 500 von MS Betroffenen, die den mRNA Impfstoff von BioNtech erhalten haben, größtenteils auch schon die dritte Impfung, hätten bisher keine unerwarteten Nebenwirkungen oder Aktivierung der MS gezeigt, so die DMSG.