Bei Risikofaktoren für eine Multiple Sklerose-Erkrankung besser nicht rauchen!

BOSTON (BIERMANN) - Dass Rauchen die Gesundheit gefährdet, ist allgemein bekannt. Darüber hinaus deutet vieles darauf hin, dass auch die Symptome einer MS-Erkrankung durch Zigaretten verstärkt werden. Aber bereits im Vorfeld der Erkrankung sollte Vorsicht geboten sein, warnen amerikanische Forscher. Ihre Ergebnisse legen nahe, dass auch das MS-Risiko durch das Rauchen erhöht wird – sofern weitere Risikofaktoren vorliegen.

Die Wissenschaftler griffen auf Daten aus vier großen Studien zurück und analysierten die Aufzeichnungen zu 442 Personen mit MS und 865 Personen, die nicht unter dieser Krankheit litten. Zunächst stellten sie fest, inwiefern bei den Teilnehmern andere Risikofaktoren für MS vorlagen – mit besonderem Augenmerk auf eine erhöhte Antikörperkonzentration gegen das Eppstein-Barr-Virus und auf das Vorhandensein eines bestimmten Gens (das so genannte HLA-DR15-Gen), das bei MS-Patienten vermehrt auftritt.

Die Auswertung ihrer Daten ergab, dass Rauchen das Risiko für MS bei Menschen mit vielen Antikörpern gegen das Eppstein-Barr-Virus verdoppelte. Konnte keine Immunantwort auf das Virus nachgewiesen werden, so stieg auch das MS-Risiko durch den Tabakkonsum nicht an. Ebenso konnte keine Verbindung zwischen dem HLA-DR15-Gen, dem Rauchverhalten und dem Krankheitsausbruch festgestellt werden.

Quelle: Neurology, Onlineveröffentlichung vom 7. April 2010