Behandlung der MS: Je früher, desto besser

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CALIGARI (Biermann) – Je früher bei Multipler Sklerose (MS) eine immunmodulierende oder immunsuppressive Behandlung aufgenommen wird, desto nachhaltiger ist der Schutz vor einer MS-bedingten Behinderung. Dies geht aus einer Beobachtungsstudie italienischer Wissenschaftler an mehr als 3000 MS-Betroffenen hervor.

Dazu erfassten die Wissenschaftler die Zeitspanne, bis die Studienteilnehmer einen EDSS-Wert von 3 beziehungsweise 6 erreichten, und setzten dies mit dem Zeitpunkt der Aufnahme einer Therapie nach der Diagnosestellung in Zusammenhang.

Dabei zeigte sich, dass MS-Betroffene, die eine immunmodulierende (IMT) beziehungsweise immunsuppressive (IST) Therapie erhielten, ein 94 (IMT) beziehungsweise 73 (IST) Prozent niedrigeres Risiko hatten, einen EDSS-Wert von 3 zu erreichen als unbehandelte Studienteilnehmer. Das Risiko, einen EDSS-Wert von 6 zu erreichen, war unter IMT um 86 Prozent geringer.

Wurde die immunmodulierende Behandlung vor Erreichen des EDSS-Wertes von 3 aufgenommen, war das Risiko für einen EDSS-Wert von 6 um 91 Prozent geringer als ohne Therapie, bei Aufnahme der Therapie nach Erreichen des kritischen Wertes um 75 Prozent. Bei einer IMT, die erst bei einem EDSS-Wert von 3 aufgenommen wurde, war das Risiko für einen EDDS-Wert von 6 mehr als viermal so hoch wie bei einem früheren Therapiebeginn.

„Immunmodulierende oder -suppressive Medikamente zögern die langfristige Behinderung von MS-Betroffenen hinaus, und das therapeutische Zeitfenster ist relativ groß. Dennoch gilt: Je früher, desto besser, aber spät ist immer noch besser als nie“, fassten die Autoren ihre Studienergebnisse zusammen.